Was sind Geschäftsvorfall-Codes?
Der Geschäftsvorfall-Code (GVC) ist ein dreistelliger numerischer Schlüssel, der in jedem Kontoumsatz enthalten ist und die Art der Bankbuchung kennzeichnet. Er wird von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) im Rahmen des DFÜ-Abkommens definiert und dient dazu, Buchungen wie Überweisungen, Lastschriften, Kontoabschlüsse oder Gebühren technisch voneinander zu unterscheiden.
Im Kontoauszugsformat MT940 ist der GVC im Feld :86: an den Stellen 1–3 enthalten. Beim neueren Format CAMT.053 wird die entsprechende Klassifizierung über den sogenannten Bank Transaction Code (BTC) abgebildet, der aus einer dreiteiligen Kombination von Domain, Family und Subfamily besteht.
Für die meisten Anwender in der Hausverwaltung sind diese Codes im Alltag nicht relevant, da sie rein technischer Natur sind. In Immoware24 können Sie den Geschäftsvorfall-Code jedoch als Bedingung in Ihren Bankregeln nutzen, um bestimmte Umsatzarten gezielt zu filtern und die Treffergenauigkeit Ihrer Regeln zu erhöhen.
Den Geschäftsvorfall-Code als Regelbedingung nutzen
Bei der Anlage oder Bearbeitung einer Bankregel steht Ihnen der Geschäftsvorfall-Code als optionales Filterkriterium zur Verfügung. Sie finden das Feld „Geschäftsvorfall-Code" in der Regelmaske unter den verfügbaren Bedingungen. Dort können Sie den gewünschten dreistelligen Code manuell eintragen, um die Bankregel auf eine bestimmte Buchungsart einzuschränken.
Diese Funktion steht Ihnen an beiden Stellen zur Verfügung, an denen Sie Bankregeln aus importierten Umsätzen heraus anlegen können:
- Objektübergreifende Banktransaktionen unter
/banking/global-transaction/list-imported/ - Objektbezogene Banktransaktionen unter
/banking/transaction/list-imported/
Der GVC lässt sich mit allen anderen Regelbedingungen kombinieren (z. B. IBAN, Verwendungszweck, Kontoinhaber). So können Sie etwa eine Regel erstellen, die nur auf Kontoführungsgebühren (GVC 808) eines bestimmten Kreditoren greift – und damit deutlich präziser arbeitet als eine Regel ohne GVC-Bedingung.
Anwendungsbeispiel
Szenario: Sie importieren einen Kontoauszug und sehen in den Banktransaktionen einen Umsatz Ihrer Bank mit dem Buchungstext „Abschluss" oder „Kontoführungsentgelt".
Vorgehensweise:
- Navigieren Sie in den Banktransaktionen zum Reiter „Kontoauszüge buchen".
- Klicken Sie beim betreffenden Umsatz auf den Aktions-Button "anwendbare Bankregeln analysieren".
- Klicken im Ergebnisbereich der Regelprüfung auf "neue Bankregel hinzufügen"
- Fügen Sie im Bankregel-Assistent unter "Bedingungen (Wenn...)" das Feld „Geschäftsvorfall-Code" mit dem entsprechenden Wert (z. B. 805 - Abschluss, 808 - Gebühren) hinzu.
- Ergänzen Sie bei Bedarf weitere Regelbedingungen (z. B. IBAN oder Verwendungszweck-Bestandteile) und speichern Sie die Bankregel.
Beim nächsten Kontoauszugsimport wird der Kontoabschluss-Umsatz dank des GVC als zusätzlichem Filterkriterium zuverlässiger und eindeutiger der richtigen Bankregel zugeordnet.
Relevante Geschäftsvorfall-Codes
Diese Codes decken die häufigsten wiederkehrenden Bankbuchungen ab, die in der Immobilienverwaltung regelmäßig vorkommen und für die sich das Anlegen einer automatischen Bankregel besonders lohnt.
| GVC | Geschäftsvorfall | Beschreibung |
|---|---|---|
| 805 | Abschluss | Abschluss (Zinsen, Gebühren, Provisionen, Steuern) |
| 807 | Preise/Spesen | Kontoführungsgebühren/Kosten für Bankauszüge |
| 808 | Gebühren | Gebühren allgemein (Kontoführung, Zusatzleistungen, Postenpreise) |
| 809 | Provisionen | Wird von manchen Banken alternativ für bspw. Kontoführungsgebühren verwendet. |
| 814 | Zinsen | |
| 815 | kapitalisierte Zinsen | |
| 816 | Zinssatzänderung | |
| 817 | Zinsberichtigung |
Sollten die verfügbaren Geschäftsvorfall-Codes nicht ausreichen, wenden Sie sich bitte an den Support.
Beachten Sie bitte, das durch die Banken teilweise abweichende Geschäftsvorfall-Codes verwendet werden.
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